Zur Navigation | Zum Inhalt
 
Old Boy gewinnt in Cannes Drucken

Park Chan-wooks Film ?Old Boy? gewinnt in Cannes den ?Großen Preis der Jury?

Bei den diesjährigen Filmfestspielen von Cannes gewann der koreanische Regisseur Park Chan-wook für seinen Film ?Old Boy? den ?Großen Preis der Jury?.

Park, dem die Auszeichnung von den Hollywood-Stars Kevin Kline und Ashley Judd überreicht wurde, kam mit dem ?Old Boy?-Hauptdarsteller Choi Min-sik auf die Bühne, dem er ebenso wie seinen Produzenten und seiner Filmcrew den wärmsten Dank aussprach.

In einer unerwarteten Wendung sagte Park, dass er die Auszeichnung, die gewöhnlich Regisseuren vorbehalten ist, mit seinem Hauptdarsteller Choi teilen wolle. Der erinnerte sich daraufhin in humorvoller Weise an die ?Strapazen? von vier Tintenfischen, die in der überraschendsten Sequenz des Films ?auftraten?.

Im Film ?Old Boy? spielt Choi Min-sik den vorlauten Säufer Oh Dae-su, der entführt und in einem schäbigen Motelzimmer festgehalten wird. Chois hervorragende schauspielerische Leistung in Kombination mit der verschlungenen Handlung des Films sorgten bei den Kritikern von Cannes für Furore. Choi, der auch in Im Kwon-taeks Film ?Chihwaseon? die Hauptperson spielte, war deshalb auch einer der Favoriten für die Auszeichnung des besten männlichen Darstellers.

Gemischte Reaktionen internationaler Kritiker auf den Film ließen vermuten, dass die Jury eine unumstrittenere Lösung wählen und den Film nicht auszeichnen und statt dessen den Preis für den besten männlichen Darsteller an den Hauptdarsteller von ?Old Boy?, Choi Min-sik, vergeben würde. Die große Unterstützung Quentin Tarantinos führte aber dazu, dass Park für seinen Film ausgezeichnet wurde. Exakt vor zehn Jahren hatte Tarantino mit seinem ebenfalls umstrittenen Film ?Pulp Fiction? in Cannes gewonnen.

?Old Boy? ist der zweite koreanische Film, der in der Wettbewerbssektion der Filmfestspiele von Cannes eine Auszeichnung erhält. Vor zwei Jahren errang Koreas berühmter Altmeister, der Regisseur Im Kwon-taek, mit seinem Film ?Chihwaseon? (2002) in Cannes den Preis für die beste Regie. Bereits vor dieser Auszeichnung war das internationale Interesse am koreanischen Film, der sich eines nie da gewesenen Booms erfreut, stetig gestiegen.

Die Geschichte von ?Old Boy? basiert auf dem Comic des Japaners Minegishi Nobuaki. Er ist die bizarre und schwermütige Geschichte eines Mannes, der sich auf einen blutrünstigen Rachefeldzug begibt, um die Wahrheit zu finden, nachdem er 15 Jahre lang von einem unbekannten Entführer festgehalten und gefoltert wird. An einer Stelle des Films schneidet sich der Protagonist mit einer Schere die Zunge ab.

Der boshafte und zugleich originelle und geheimnisvolle Thriller erhielt in Korea und im Ausland begeisterte Kritiken für seinen gewagten filmischen Stil, der mit vielen visuellen und die Emotionen ansprechenden Effekten gewürzt ist. Kürzlich wurden die Rechte für das Remake des Films an das amerikanische Filmstudio Universal Pictures in L.A. verkauft. In der koreanischen Filmindustrie hat Park (41) sich bereits den Ruf eines Regisseurs, der erfolgreiche Filme dreht, erworben. Dank seines Sieges in Cannes wird er nun voraussichtlich verstärkt auf der internationalen Bühne agieren.

Bereits vor dem offiziellen Beginn der 57. Filmfestspiele von Cannes gaben koreanische Filmkritiker ihre Meinung kund, dass durchaus die Möglichkeit bestehe, dass Parks Werk ausgezeichnet werde. Es gab Gerüchte, dass Quentin Tarantino, der Leiter der diesjährigen Jury in Cannes und Regisseur von ?Kill Bill? und ?Pulp Fiction?, ein großer Bewunderer des Films ?Old Boy? sei. Die Kritiker behielten recht.

?Old Boy? kam im November letzten Jahres in die koreanischen Kinos und zog mehr als 3,3 Millionen Zuschauer an. Er entwickelte sich zu einem der größten Hits des Genres der Mystery-Thriller.

Regisseur Park Chan-wook hat bewiesen, dass der gegenwärtige Boom des koreanischen Kinos kein vorübergehendes Phänomen ist. Neben Park und Im Kwon-taek waren auch andere koreanische Regisseure bei internationalen Filmfestspielen erfolgreich. So erhielt der koreanische Filmemacher Kim Ki-duk bei der diesjährigen Berlinale den Preis für die beste Regie.

Die Auszeichnung des Regisseurs Park Chan-wook könnte den Neuanfang des koreanischen Kinos bedeuten. Seitdem man Korea in Cannes mehr Aufmerksamkeit schenkt als je zuvor, wenden Filmkritiker und Leiter von TV-Studios ihren Blick nach Korea und zeigen sich beeindruckt von der koreanischen Filmindustrie, die auf der einen Seite erfrischende Experimentalfilme und auf der anderen Seite Blockbuster mit pan-pazifischem Flair produzieren kann.

Park schreibt zur Zeit das Drehbuch für den Film ?Sympathy for Lady Vengeance?, in dem voraussichtlich die bekannte Schauspielerin Lee Young-ae die Titelrolle spielen wird. Auch dieser Film basiert auf dem Comic von Minegishi Nobuaki und ist der letzte Teil einer Trilogie, die 2002 mit dem Film ?Sympathy for Mr. Vengeance? begann und mit ?Old Boy? fortgeführt wurde.

Parks Sieg in Cannes ist nicht die erste Gelegenheit, bei der der Regisseur der koreanischen Filmindustrie zu einem Aufschwung verhalf. 2000 führte er bei dem koreanischen Megahit ?JSA? Regie, der zusammen mit dem Film ?Shiri? 1999 zum neuen Boom der koreanischen Filmindustrie beitrug.

Juni 2004 KOREAheute


26-07-2004 10:18 2sN Admin
This entry was posted on 26-07-2004 10:18. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a comment.
Users' Comments (0)
Nur registrierte Benutzer können einen Artikel kommentieren. Bitte logge dich ein oder registriere dich.

Keine Kommentare vorhanden



mXcomment 1.0.4 © 2007-2012 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
 
< Zurück   Weiter >