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Nordkoreas Diktator stirbt an Herzversagen Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il ist tot. Wie das nordkoreanische Staatsfernsehen meldete, verstarb der 69-Jährige bereits am Samstagmorgen um 08.30 Uhr Ortszeit an Herzversagen. Kim Jong Il galt bereits seit längerer Zeit als gesundheitlich angeschlagen, im Jahr 2008 soll er einen Schlaganfall erlitten haben.
Das Staatsfernsehen unterbrach sein Programm und berichtete in einer Sondersendung vom Tod des "Großen Führers", wie Kim sich nennen ließ. Demnach verstarb er während einer Zugfahrt an den Folgen "geistiger und körperlicher Ermüdung". "Es ist der größte Verlust für unsere Partei und der größte Trauerfall für unser Volk", erklärte eine in Schwarz gekleidete Nachrichtensprecherin unter Tränen. Das Land müsse "unsere Traurigkeit nun in Stärke umwandeln und unsere Schwierigkeiten überwinden".
Machterhalt um jeden Preis Am kommenden Mittwoch sollen die Trauerfeierlichkeiten für den Diktator stattfinden, der das Land seit 1997 rücksichtslos und weitgehend isoliert geführt hatte. Wenig ist bekannt über den kleinen Mann mit den toupierten Haaren: Während Kim ein extravagantes Leben in Luxus liebte mit Vorliebe für Schauspielerinnen, französischen Cognac und Hollywood-Filme, führte er sein Land an den Abgrund. Allein in den 1990er-Jahren sollen in Nordkorea aufgrund der katastrophalen wirtschaftlichen Lage schätzungsweise zwei Millionen Menschen verhungert sein. Ein Massensterben - auch weil Kim das Ausmaß der Nahrungsmittelknappheit lange verschwiegen hatte.
Kim setzte dagegen lieber auf die Festigung seines Regimes: Etwa 200.000 Menschen, darunter Familien mit Kindern, leben Schätzungen zufolge mittlerweile in Arbeitslagern für politische Häftlinge. Als Abschreckung nach außen trieb er das Atomprogramm des Landes voran. Im Jahr 2006 schreckte er die Welt mit Berichten über den ersten Atomwaffentest Nordkoreas.
Südkoreas Armee in Alarmbereitschaft Als Reaktion auf den Tod Kims versetzte das Nachbarland Südkorea seine Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft. Die Aktivitäten entlang innerkoreanischen Grenze sind verstärkt worden, wie der Generalstab in Seoul mitteilte.
Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich seit dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März 2010 und dem Beschuss einer zu Südkorea gehörenden Insel im November desselben Jahres spürbar verschärft. Beide Staaten befinden sich völkerrechtlich seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch im Kriegszustand.
Japan beruft nationalen Sicherheitsrat ein Auch Japan reagierte unmittelbar auf die Nachricht vom Tod des Diktators. Ministerpräsident Yoshihiko Noda rief den japanischen Sicherheitsrat ein und wies das Verteidigungsministerium und andere Regierungsstellen an, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Japan stehe mit seiner Schutzmacht USA sowie China und Südkorea bereits in engem Kontakt, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldete.
Aus dem Weißen Haus in Washington hieß es, US-Präsident Barack Obama stehe im engen Kontakt "mit unseren Verbündeten in Südkorea und Japan". Die USA engagierten sich weiterhin für Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und "für Freiheit und Sicherheit unserer Verbündeten".
Sohn zum Nachfolger aufgebaut Kim Jong Il mit seinem Sohn Kim Jong Un während einer Militärparade im Oktober 2010 Wohin sich das Land nach dem Tod Kims entwickeln wird, ist unklar: Sicher scheint, dass Kims Sohn Kim Jong Un die Amtsgeschäfte übernehmen wird. Er soll bereits in den vergangenen Jahren von seinem gesundheitlich angeschlagenen Vater zum Nachfolger aufgebaut worden sein.
Im September 2010 wurde Kim Jong Un in die erweiterte Führungsriege der Arbeiterpartei aufgenommen.
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