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Nordkorea hat seine aggressive Rhetorik gegenüber dem Süden weiter verstärkt. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur veröffentlichte heute ein Dokument des sogenannten Komitees zur friedlichen Wiedervereinigung. Darin heißt es: All die vereinbarten Ergebnisse mit dem Ziel, die politischen sowie militärischen Spannungen zwischen dem Norden und dem Süden zu beenden, seien aufgehoben.
Auch Meeresgrenze wieder strittig Konkret wurde auch die Meeresgrenze westlich der koreanischen Halbinsel für nichtig erklärt. 1999 und 2002 war es noch zu militärischen Zusammenstößen der Seestreitkräfte beider Länder im Gelben Meer gekommen. Einige Experten gehen davon aus, dass Nordkorea das Drohpotenzial gegenüber dem Süden erhöht, um die neue US-Administration möglichst schnell zu Gesprächen zu zwingen und die eigene Verhandlungsposition zu verbessern.
Südkoreas Vereinigungsminister bedauerte die nordkoreanische Ankündigung und forderte den Nachbarn zum Dialog auf. Der Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministers hingegen machte deutlich, dass man die Grenze auf "jeden Fall aufrecht erhalten" werde. Seit dem Amtsantritt des konservativen Präsidenten, Lee Myung-bak, hat sich das Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea deutlich verschlechtert. Grund für die Verärgerung des Nordens sind Aussagen des seit Februar vergangenen Jahres amtierenden Präsidenten. Lee Myung-bak wird in den nordkoreanischen Medien offen als Verräter und Wortbrüchiger bezeichnet, weil er die südkoreanische Wirtschaftshilfe an Gegenleistungen des Nordens gekoppelt hatte. Er forderte wiederholt die Aufgabe des Atomprogramms und die Offenlegung aller nuklearen Aktivitäten Nordkoreas. Gerüchte um Kim Jong Il
Das abgeschottete, kommunistische Land ist in einem desolaten wirtschaftlichen Zustand. Im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche waren Heizöl und Stahllieferungen im Gegenzug für eine Offenlegung des Nuklearprogramms vereinbart worden. Doch obwohl die USA Nordkorea von der sogenannten Terrorliste gestrichen hatten, kam es zu keinem wirklichen Durchbruch. Zudem waren im September vergangenen Jahres Gerüchte aufgetaucht, der autoritäre nordkoreanische Führer Kim Jong Il habe einen Schlaganfall erlitten. Allerdings hatten staatliche Medien in den vergangenen Monaten viele Bilder von Kim Jong Il gezeigt und die Gerüchte um seinen schlechten Gesundheitszustand zu zerstreuen gesucht.
Vor kurzem war der älteste Sohn, Kim Jong Nam, überraschend auf dem Flughafen in Peking aufgetaucht und hatte gegenüber Reportern einige kryptische Aussagen sowohl zum Gesundheitszustand seines Vaters als auch zur Herrschaftsfolge gemacht. Kim Jong Nam gilt ebenso wie die zwei jüngeren Söhne von Kim Jong Il als potenzieller Kandidat für eine Nachfolge.
Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio
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