Heute Abend im ZDF-Auslandsjournal lief:
"Militärischer Schliff für Südkoreas Schüler
Kindererziehung auf südkoreanisch"War auf jeden Fall interessant, wer es verpasst hat,
der kann es unter
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/29/0,4070,5586141-0,00.htmlnoch einmal anschauen.
In Tarnanzügen und mit Militär-Helmen ausgestattet, robbt sich eine Gruppe junger Südkoreaner durch Schlamm und unter Stacheldraht hindurch. Militärische Grundausbildung für Vierzehnjährige? Nein! In so genannten Bootcamps soll jungen Südkoreanern Disziplin, Ausdauer und Zusammenhalt beigebracht werden.
Der Tag beginnt für die Jugendlichen morgens um halb sieben. Der Ablauf ist streng durchstrukturiert: Sie müssen Berge erklimmen, sich von Klippen abseilen, Fallschirm springen und immer wieder hartes körperliches Training auf sich nehmen. Was sich nach Abenteuerurlaub anhört, ähnelt in der Realität eher einem Militärcamp.
Erziehung durch MilitärsVon Soldaten werden die Kinder zum Teil dazu gezwungen in eiskaltem Wasser baden zu gehen. Pak Se Won, 18 Jahre alt, erzählt: "Es ist verdammt hart und anstrengend hier. Dazu die Hitze, das macht einen schon fertig. Und es nervt, dass man sich nicht waschen kann oder nicht trinken kann, wenn man möchte. Ehrlich gesagt will ich nur noch nach Hause."
Eltern sitzen auf einem Sandhügel unter einem Sonnenschirm und beobachten ihr Kind bei den Trainingsübungen.
Zahlreichen Eltern gefällt das Programm. Sie hoffen, dass ihre in wirtschaftlichem Wohlstand groß gewordenen Kinder dadurch Disziplin vermittelt bekommen und harte Arbeit kennen lernen. "Ich weiß nicht, warum die Kinder heute so faul sind. Als wir noch klein waren, da mussten wir auch stark sein, da waren die Zeiten noch anders. Aber jetzt geht es allen zu gut und dieser Wohlstand ist der Grund, warum die Kinder solche Trainings brauchen. Ich jedenfalls hoffe, dass mein Sohn sich hier zum Guten verändert", berichtet Bango Myo Sun, Mutter eines Teilnehmers.
Fürs Leben lernenDas Programm wird von der ersten Marinedivision Südkoreas organisiert. Jährlich nehmen etwa 1000 Jugendliche ab dem vierzehnten Lebensjahr an diesem Programm teil, das vor zehn Jahren während der Asiatischen Finanzkrise ins Leben gerufen wurde.
Südkoreanische Jugendliche sitzen in einem Schlauchboot; alle haben Hüte mit Nummern auf der Frontseite an.
In den Camps gibt es keine Handys, Videos oder Computerspiele. Fünf Tage lang leben die jungen Südkoreaner in einfachsten Marinebaracken. Täglich müssen sie den strengen Drill der Soldaten über sich ergehen lassen, für die die Kinder einfach nur eine Nummer sind.
Urlaub ohne Computer"Es ist schon schwer für uns Trainer, wenn die Kinder nicht mitmachen und es tut mir auch Leid, wenn die Kinder hier ausgelaugt sind. Aber das Gefühl muss man unterdrücken. Was entscheidend ist, ist das harte Training nach strengen Regeln. Bei uns Trainern bleibt keine Zeit für Gefühle. Wenn man konzentriert arbeitet, hat man danach ein gutes Gefühl. Auch die Kinder werden das später begreifen", berichtet der Cheftrainer Kim Yong- Hoe.
Mittlerweile wurde das Programm ausgeweitet: Auch Universitäten und Firmen schicken ihre Studenten oder Angestellten in "Bootcamps". Nicht nur soll ihre Geduld und Ausdauer gestärkt werden, sondern sie sollen lernen, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen.
Quelle:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/10/0,1872,5584874,00.htmlPost geändert von: buwhal2004, am: 09/08/2007 22:30