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Nordkoreas Nuklearwaffen
Die selbsternannte Atommacht In Washington beginnt am Montag ein Gipfel zur Atomsicherheit. Dabei wird es auch darum gehen, die Verbreitung von Nuklearwaffen zu unterbinden. Staaten wie der Iran oder Nordkorea sollen keine entsprechenden Waffen besitzen. Doch wahrscheinlich ist Nordkorea bereits eine Atommacht.
In Seoul demonstrieren südkoreanische Aktivisten gegen Nuklearstrategie Obamas. Nordkorea bezeichnet sich selbst als Atommacht. Der autoritäre Staat ist 2003 aus dem Atomwaffensperrvertrag ausgetreten und hat 2006 sowie 2009 jeweils einen Atombombentest unternommen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte diese wie auch die zahlreichen, nordkoreanischen Raketen-Tests. Experten aus den USA oder Südkorea gehen davon aus, dass es fünf bis acht atomare Sprengsätze im Land gibt, vermeiden aber das Wort Atomwaffen, um Nordkorea nicht den Rang einer Atommacht zuzugestehen.
Laut einem Bericht der International Crisis Group liegen starke Hinweise vor, dass Syrien und Nordkorea beim Bau eines Atomreaktors kooperiert haben, ehe dieser im September 2007 von der israelischen Luftwaffe bombardiert wurde. Der Export von Teilen des nordkoreanischen Raketenprogramms an verschiedene Staaten im Nahen Osten und an Pakistan ist gut dokumentiert.
Spekulationen über Waffenhandel
In ihrem jüngsten Bericht vom März 2010 gehen die international anerkannten Analysten der Crisis Group auch auf den Waffenhandel Nordkoreas ein. Verlässliche Zahlen über Größe und Empfänger gibt es naturgemäß keine. Spekulationen gehen bis zu einer Größenordnung von einer Milliarde US-Dollar.
Seitdem die UNO die Sanktionen gegenüber Nordkorea im Juni 2009 noch einmal verschärft hat, sind zwei Schiffsladungen mit wahrscheinlich nordkoreanischen Waffen aufgebracht worden, und in Thailand wurde Ende 2009 ein Transportflugzeug mit Boden-Luft-Raketen und Granaten beschlagnahmt. Dabei handelte es sich um 35 Tonnen Waffen im Wert von rund 15 Millionen Euro. Hochgerechnet dürfte der jährliche Erlös aus dem Waffengeschäft für Nordkorea deshalb nicht mehr als 75 Millionen Euro betragen.
Kim Jong Il braucht Devisen
Das nordkoreanische Atomprogramm soll der direkten Kontrolle von Kim Jong Il unterstehen. In der letzten UN-Resolution zu Nordkorea wurde jedweder Waffenhandel mit dem isolierten Land verboten. Seitdem ist das Risiko deutlich gestiegen und der Erlös wohl zurückgegangen. Nordkoreas politische Führung um Kim Jong Il braucht jedoch dringend ausländische Devisen, auch um den eigenen Machtanspruch aufrecht zu erhalten. Das wiederum könnte das Regime veranlassen, Waffen wie atomares Material auch an terroristische Organisationen zu verkaufen, so die Schlussfolgerung der International Crisis Group.
Den vorliegenden Informationen zufolge untersteht das nordkoreanische Atomprogramm der direkten Kontrolle von Kim Jong Il. Das gilt auch für die atomaren Sprengsätze, die wahrscheinlich nicht in die Bestände der Koreanischen Volksarmee eingegliedert sind. Das heißt, Verkäufe an oder Kooperationen mit anderen Staaten sowie Organisationen müssen von der Spitze des Regimes genehmigt werden.
Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio
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