|
Die Europäische Union und Südkorea haben sich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Das Abkommen solle am 15. Oktober in Brüssel vorläufig unterzeichnet werden, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. In den Verhandlungen mit Südkorea vertrat die Kommission die Mitgliedstaaten. Für den endgültigen Abschluss braucht sie aber das offizielle Mandat der 27 Mitgliedsländer. Dann muss das Abkommen vom Europäischen Parlament ratifiziert werden. Wie ein Handelssprecher der Kommission betonte, ist "kein einziges EU-Land" gegen das Abkommen. Das Freihandelsabkommen mit Südkorea gilt als das wichtigste der EU. Allein die europäischen Warenexporteure sollen jährlich weit mehr als eine Euro an Zöllen sparen. Die Kommission hofft, dass das Abkommen nächstes Jahr in Kraft treten kann.
Der Einigung waren zähe Verhandlungen vorangegangen. Die europäischen Autohersteller hatten immer wieder Druck auf die Unterhändler gemacht, weil sie Vorteile für ihre koreanischen Wettbewerber befürchten. Besonders umstritten waren die sogenannten Schutzklauseln zur Rückerstattung von Zöllen, die koreanische Autohersteller für Zölle auf vor allem aus China importierte und in Exportwagen verarbeitete Teile geltend machen können ("Duty Drawback").
Europas Industrie erhofft sich vermehrte Ausfuhren für die chemische und die Pharmaindustrie. Besonders stark soll auch der Dienstleistungssektor in den Bereichen Telekommunikation, Umwelt und Infrastruktur profitieren. Die Agrarwirtschaft kann auf einen fast vollständigen Abbau der mit 35 Prozent besonders hohen koreanischen Importzölle zählen, was besonders Schweinehaltern, Weinbauern und Herstellern von Whisky sowie Milchprodukten zugute kommen soll. Südkorea strebt stärkere Exporte für Heimelektronik sowie Autos an.
EU nach China zweitgrößter Handelspartner
Die EU ist nach China der zweitgrößte Handelspartner Südkoreas und zudem der größte Investor. Vertreter Südkoreas und der 27-EU-Staaten hatten 2007 Gespräche aufgenommen, um Hindernisse beim Handel und Zöllen zu beseitigen.
|