Korea-Festival: u.a. mit Aufführungen traditioneller koreanischer Musik, Tanz etc.Koreanische traditionelle Musik: National Gugak Center Seoul Webpage: http://www.gugak.go.kr/eng/about_gugak/gugak_information/guga_lst.jspExplosion der Gefühle1. Aufführung - Minyo und SinawiDatum: 11. Mai 2011 (Mi)
Zeit: 19:30 h
Ort 1: Museum für Völkerkunde Hamburg
Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg
Workshop
Datum: 12. Mai 2011 (Do)
Zeit: 11:00 h
Ort 2: Orchester Studio der Hochschule für Musik und Theater Hamburg
Harvestehuder Weg 12, 20148 Hamburg
2. Aufführung - Sanjos und Gajageum ByeongchangDatum: 12. Mai 2011 (Do)
Zeit: 19:30 h
Ort 1: Museum für Völkerkunde Hamburg
Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg
Karten können zum Preis von 20 € (beide Konzerte 30 €) an der Abendkasse erworben werden.
Im Vorverkauf (Tel: 0173-2028 774, Email:
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) werden Sonderkonditionen gewährt
„Explosion der Gefühle“
Zwei Konzerte mit Musik koreanischer Volkstraditionen
Die Folk Music Troup des National Gugak Centers Seoul zu Gast im Völkerkundemuseum1.Konzert: Minyo und SinawiIm Gegensatz zur Musik des koreanischen Hofes und der aristokratischen Eliten der Joseon-Ära (1392-1905) kultiviert die Musik der „normalen Leute“ den Ausdruck der leidenden und überquellenden Seele. Zwischen den wilden Tanzrhythmen der Bauernmusik über die Musik der religiösen Gebräuche bis hin zu den ausgefeilten Ensembleliedern namens Minyo und die Instrumentalsuiten Sanjo erstreckt sich ein weites Spektrum der Formen.
Die zehnköpfige „Folk Music Troupe“ des National Gugak Centers Seoul konzentriert sich in ihrem ersten Konzert auf zwei Bereiche, die höchste Kunstfertigkeit fordern und die größte Vielfalt von Ausdrucksmitteln besitzen: die Liedkunst in den Stilen verschiedener Provinzen und im zweiten Teil des Konzerts die mitreißende und erschütternde schamanistische Improvisationsmusik Sinawi, die langsam beginnt und sich in ein freudiges Chaos emotionaler Exaltation hochschraubt.
Die Minsog’ak, wie Volksmusik auf Koreanisch heißt, klingt fremd, aber nur im ersten Moment. Denn die rauhen sich überschlagenden Stimmen und das Neung, das heftige Vibrato der gestrichenen, geschlagenen und gezupften Wölbbrettzithern Ajaeng, Geomun’go und Gayageum, der jammernde Klang der kleinen Spießgeige Haegeum, das Heulen der großen Querflöte Daegeum und das Krähen der kleinen Bambusoboe Piri – sie alle entfesseln den Klang der universellen Fülle des Seins. Musik von nie erlebter Erregung.
2.Konzert: Sanjos und Gayageum ByeongchangSanjos sind instrumentale Solosuiten, die von den zarten Schlägen der Sanduhrtrommel begleitet werden, und die Ende des 19.Jahrhunderts zunächst als Improvisationsform erfunden wurden. Sie basieren auf Melodien der Volksmusik und stehen in verwandschaftlicher Beziehung zu den epischen Gesängen Pansori und zur schamanistischen Musik. Dennoch markieren sie als intime Kammermusik, die in einem bis dahin unbekannten Maße die Individualität des Musikers herausfordern, den Beginn einer bürgerlichen Kunstmusik, denn die „verstreuten Melodien“ reflektieren über sich selber und befragen den Klang. Sie sind in ihrer tiefsinnigen Würde den indischen Ragas und europäischen Sonaten ebenbürtig und die erste und letzte genuin „moderne“ Musik der koreanischen Tradition, denn mit der Invasion Japans 1905 begann die kulturelle Verwestlichung Koreas.
Neben mehreren Meistersanjos hören Sie, vermutlich zum erstenmal in Hamburg, Gayageum Byeongchang, das etwa gleichzeitig mit Sanjo entstand. Es veredelt gewissermaßen den oft groben Pansori-Gesang, das solistische Erzähltheater, zur kammermusikalischen Liedform und paßt ihn der zarteren Gayageum-Begleitung an.
Matthias R. Entreß, Kurator
Die Konzerte finden in Kooperation der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft Hamburg e.V. mit dem National Gugak Center Seoul und mit großzügiger Unterstützung der Kulturabteilung der Botschaft der Republik Korea statt.