Autoren-Lesung: Kim, Youngha-Schwarze BlumeBuch: Schwarze Blume
Autor: Kim, Youngha
Webpages des Autors: http://kimyoungha.co.kr/ und
http://kimyoungha.com/Facebookseite des Autors: http://www.facebook.com/pages/Young-ha-Kim/191654914199939Datum: Freitag, 15. April 2011
Zeit: 18:30 - 20:45 h
Ort: Uni Hamburg, Raum 221 , Edmund-Siemers-Allee 1 (AAI, Ostflügel)
Daniel Hong liest aus der deutschen Übersetzung.
Inhalt zum Buch:Der Roman „Schwarze Blume“ von Kim Young-ha wirft einen Blick auf die Zeit vor gut 100 Jahren. Eine Gruppe von 1033 Koreanern bricht aus einem krisengeschüttelten Land auf in eine neue Welt. 1904 emigrierten sie voller Hoffnungen und Träume von einem besseren Leben nach Mexiko. Was sie nicht wussten: sie wurden als Lohnsklaven auf Henequen-(Sisal) Plantagen verkauft. Vier Jahre hatten sie die Hazienderos, die Großgrundbesitzer gekauft, sie waren deren Willkürherrschaft unterworfen. Doch dann beginnen sie sich zu wehren. Es beginnt die Zeit der Revolutionskämpfe in Mexiko. Viele der Auswandere sind mittendrin, beteiligen sich Seite an Seite mit den Revolutionären an den Kämpfen für ein freieres Leben. Die Geschichten einzelner Menschen, persönliche Schicksale werden eingebaut in die Geschichte Mexikos dieser Zeit. Als Rahmen dient die Geschichte ChosOns (das Koreanische Königreich), das während dieser Zeit durch die Annexion Japans verschwindet. Spätestens ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Zurück mehr, die Identitätssuche der Koreaner beschränkt sich jetzt nur noch auf das fremde ferne Land, dessen indigene Bevölkerung, die Mayas, ebenfalls durch eine Kolonialherrschaft unterworfen und versklavt worden war.
Wie in Filmsequenzen gestaltet Kim Young-ha mit seiner klaren realistische Erzählsprache ein Ost und West übergreifendes transkulturelles Panorama. Motive wie Macht und Religion, Krieg und nationale Identität, Heimat und Fremde, Liebe und Hoffnung vereinen die unterschiedlichen Geschichten zu einem spannenden Epos, das bei aller historischen Authentizität für den heutigen Leser eine Vielzahl aktueller Bezüge bereithält. Es geht um das Drama – und Abenteuer – der Emigration, Menschen die aufbrechen und für immer verschwinden. Angesiedelt in einer historisch bewegten Zeit und orientiert an historischen Fakten.
Der Autor:Kim Young-ha, geb. 1968, ist einer der bekanntesten Vertreter der jungen zeitgenössischen Literatur Koreas. Für „Schwarze Blume“ erhielt er mit dem Dong-in-Preis den bekanntesten Literaturpreis Koreas. An die koreanische Öffentlichkeit trat er mit einer Serie von Romanen, die von den Befindlichkeiten junger großstädtischer Koreaner handelten, in trockener objektiver Sprache, einer sehr anderen Sprache als die der traditionell orientierten koreanischen Literatur. Diese Romane, „Das Gottespiel“, “What happened to the Man Stuck in the Elevator”, gewannen sehr schnell koreanische Literaturpreise. Auch in Deutschland erregte dieser Roman Aufsehen, wurde sein Thema damals kontrovers diskutiert: Ein Schriftsteller bietet per Telefonhotline lebensmüden Menschen Mithilfe beim Selbstmord an. Ein paar Pressezitate dazu: „Ein düsterer Roman, glänzend geschrieben.“ (Welt am Sonntag) „Kim wurde mit diesem Buch zur Kultfigur der jungen koreanischen Literatur.“ (SPIEGEL SPECIAL) „Cool, urban und hochgescheit.“ (Süddeutsche Zeitung).